Ob ein Glücksspielgewinn in der Schweiz versteuert werden muss, hängt vor allem von der Art des Spiels, dem Ort beziehungsweise Anbieter und der rechtlichen Zulässigkeit des Spiels in der Schweiz ab. Für Gewinne aus stationären Spielbanken gelten andere Regeln als für Schweizer Online-Casinos, Grossspiele wie Lotterien und Sportwetten oder Kleinspiele. Auch Gewinne aus ausländischen beziehungsweise in der Schweiz nicht zugelassenen Glücksspielen werden steuerlich anders behandelt. Deshalb lässt sich die Frage „Sind Casino-Gewinne steuerfrei?“ nicht pauschal beantworten. Die kantonalen Steuerbehörden unterscheiden die einzelnen Gewinnarten entsprechend den Vorgaben des Geldspielgesetzes und wenden dafür unterschiedliche steuerliche Regeln an.

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Glücksspielgewinne in der Schweiz: Das Wichtigste auf einen Blick

Wie ein Glücksspielgewinn steuerlich behandelt wird, hängt von der jeweiligen Spielart und davon ab, ob das Spiel in der Schweiz zugelassen ist. Für die Steuerperiode 2026 gelten insbesondere bei Online-Casinos und Grossspielen konkrete Freibeträge. Die folgende Übersicht zeigt die wichtigsten Regeln auf einen Blick:

Spielart Steuerliche Behandlung 2026
Schweizer Spielbank / stationäres Casino Für private Spieler grundsätzlich steuerfrei
Schweizer Online-Casino Gewinne bis CHF 1’071’000 grundsätzlich steuerfrei; darüber ist der steuerpflichtige Anteil zu berücksichtigen
Zugelassene Grossspiele Gewinne bis CHF 1’071’000 grundsätzlich steuerfrei; darüber ist der steuerpflichtige Anteil zu berücksichtigen
Zugelassene Kleinspiele Gewinne grundsätzlich steuerfrei
Verkaufsförderungsspiele Bis CHF 1’100 steuerfrei; bei Überschreitung kann grundsätzlich der gesamte Gewinn steuerbar sein
Nicht zugelassene bzw. ausländische Spiele Gewinne grundsätzlich vollumfänglich steuerpflichtig
Professionelles Spielen / selbstständige Tätigkeit Es können besondere Regeln für Einkommen aus selbstständiger Erwerbstätigkeit gelten
Achtung
Wichtig

Die genannten CHF 1’071’000 stellen für 2026 den massgeblichen steuerfreien Betrag bei den entsprechenden Grossspielen und der Online-Teilnahme an Schweizer Casino-Spielen dar. Bei Verkaufsförderungsspielen gilt dagegen eine Steuerfreigrenze von CHF 1’100. Die Begriffe „Steuerfreibetrag“ und „Steuerfreigrenze“ sind daher nicht gleichbedeutend und werden in den folgenden Abschnitten genauer erklärt. Bei der steuerlichen Beurteilung ausländischer oder in der Schweiz nicht zugelassener Spiele ist zudem zwischen der Einkommenssteuer und der Verrechnungssteuer zu unterscheiden. Dass auf einen bestimmten Gewinn keine Schweizer Verrechnungssteuer erhoben wird, bedeutet nicht automatisch, dass der Gewinn einkommenssteuerfrei ist.

Einkommenssteuer und Verrechnungssteuer

Die Einkommenssteuer ist für Spieler vor allem dann relevant, wenn ein Gewinn nach den geltenden kantonalen und eidgenössischen Regeln als steuerbares Einkommen gilt. Ob und in welcher Höhe ein Gewinn versteuert werden muss, hängt von der jeweiligen Gewinnart und den persönlichen steuerlichen Verhältnissen ab. Fragen zur Einkommenssteuer fallen in den Zuständigkeitsbereich der kantonalen Steuerbehörden.

Die Verrechnungssteuer funktioniert dagegen als Quellensteuer. Sie beträgt grundsätzlich 35% und kann bei bestimmten Geldspielgewinnen anfallen, insbesondere bei Gewinnen aus Online-Spielbanken und Grossspielen, sobald der jeweils geltende Steuerfreibetrag überschritten wird. Bei entsprechenden Geldgewinnen ist grundsätzlich der Veranstalter dafür verantwortlich, die Verrechnungssteuer zu deklarieren und an die Eidgenössische Steuerverwaltung (ESTV) abzuliefern.

Dabei handelt es sich nicht einfach um zwei zusätzliche Steuern, die ein Spieler unabhängig voneinander auf denselben Gewinn bezahlen muss. Einkommenssteuer und Verrechnungssteuer erfüllen unterschiedliche Funktionen und unterliegen unterschiedlichen gesetzlichen Regelungen. Die Verrechnungssteuer wird vom Veranstalter erhoben beziehungsweise abgerechnet, während die einkommenssteuerliche Behandlung des Gewinns nach den entsprechenden steuerrechtlichen Vorschriften beurteilt wird. Für die Einkommenssteuer sind die zuständigen kantonalen Steuerbehörden die richtige Anlaufstelle.

Wichtig ist außerdem: Die ESTV weist ausdrücklich darauf hin, dass Gewinne aus ausländischen Geldspielen nicht der Schweizer Verrechnungssteuer unterliegen. Daraus lässt sich jedoch nicht automatisch ableiten, dass solche Gewinne auch von der Einkommenssteuer befreit sind. Die beiden Steuerarten müssen getrennt betrachtet werden.

Warum ist die Art des Spiels entscheidend ❓
Spielbankenspiele sind Geldspiele, die einer begrenzten Anzahl von Personen offenstehen, beispielsweise klassische Tischspiele in konzessionierten Schweizer Casinos. Grossspiele umfassen unter anderem automatisiert, online oder interkantonal durchgeführte Spiele wie bestimmte Lotterien, Geschicklichkeitsspiele und Sportwetten. Kleinspiele sind dagegen nicht automatisiert, nicht online und nicht interkantonal durchgeführte Geldspiele, beispielsweise bestimmte Tombolas, lokale Sportwetten oder kleine Pokerturniere.

Gewinne aus Schweizer Casinos

Für private Spieler sind Gewinne aus zugelassenen Schweizer Spielbanken grundsätzlich steuerfrei. Das gilt für Gewinne aus den in einer konzessionierten Schweizer Spielbank angebotenen Casino-Spielen. Damit unterscheidet sich die steuerliche Behandlung stationärer Schweizer Casinos deutlich von derjenigen bestimmter Grossspiele oder von Spielen, die in der Schweiz nicht zugelassen sind. Die Eidgenössische Steuerverwaltung (ESTV) bestätigt, dass Gewinne in Schweizer Casinos grundsätzlich nicht der Einkommenssteuer unterliegen.

Gewinne im stationären Schweizer Casino

Wer in einem konzessionierten Schweizer Casino beispielsweise an Roulette, Blackjack oder einem anderen zugelassenen Casino-Spiel gewinnt, muss den Gewinn als Privatspieler grundsätzlich nicht als Einkommen versteuern. Für einen gewöhnlichen privaten Casinobesuch gibt es daher keinen allgemeinen Steuerabzug auf den gewonnenen Betrag.

Entscheidend ist jedoch, dass es sich tatsächlich um ein zugelassenes Schweizer Casino-Spiel handelt. Die Steuerfreiheit von Casinogewinnen lässt sich nicht automatisch auf sämtliche Glücksspiele oder Anbieter übertragen. Insbesondere bei ausländischen beziehungsweise in der Schweiz nicht zugelassenen Angeboten gelten andere steuerliche Regeln.

Eine Besonderheit besteht bei Gewinnen, die nicht im Rahmen einer privaten Spieltätigkeit erzielt werden, sondern mit einer selbstständigen Erwerbstätigkeit beziehungsweise professionellen Spieltätigkeit zusammenhängen. In solchen Fällen kann die steuerliche Beurteilung anders ausfallen. Die Einordnung hängt von den konkreten Umständen ab und sollte bei einer regelmässigen oder professionellen Spieltätigkeit individuell geprüft werden.

Für Privatpersonen bedeutet dies vereinfacht: Ein gewöhnlicher Gewinn aus einem zugelassenen stationären Schweizer Casino ist grundsätzlich steuerfrei. Die Steuerfreiheit sollte jedoch nicht mit den Regeln für Online-Casinos, Grossspiele oder ausländische Glücksspielangebote gleichgesetzt werden.

Beispiel: CHF 10’000 Casino-Gewinn

Angenommen, eine Privatperson gewinnt in einem konzessionierten Schweizer Casino CHF 10’000 bei einem zugelassenen Casino-Spiel.

Position Betrag
Gewinn CHF 10’000
Einkommenssteuer auf den Casinogewinn CHF 0
Steuerpflichtiger Casinogewinn CHF 0

Der Gewinn von CHF 10’000 ist in diesem Beispiel für die Privatperson grundsätzlich einkommenssteuerfrei. Es handelt sich dabei nicht um einen Freibetrag von CHF 10’000, sondern um die grundsätzliche steuerliche Behandlung von Gewinnen aus zugelassenen Schweizer Spielbankenspielen.

Achtung
Wichtig!

Bei einem professionellen Spieler oder einer Person, deren Spieltätigkeit als selbstständige Erwerbstätigkeit eingestuft wird, kann dagegen eine andere steuerliche Beurteilung erforderlich sein. Auch deshalb sollte zwischen privatem Glücksspiel und professioneller beziehungsweise erwerblicher Tätigkeit unterschieden werden.

Während Gewinne aus einem zugelassenen stationären Schweizer Casino für private Spieler grundsätzlich steuerfrei sind, gilt bei Schweizer Online-Casinos ein gesetzlich festgelegter Steuerfreibetrag. Für die Steuerperiode 2026 beträgt dieser CHF 1’071’000.

Wussten Sie schon?
Wie hoch ist der Steuerfreibetrag 2026?

Für Gewinne ab dem 1. Januar 2026 gilt bei der Online-Teilnahme an zugelassenen Schweizer Spielbankenspielen ein Steuerfreibetrag von CHF 1’071’000. Das bedeutet: Ein einzelner Gewinn bis zu diesem Betrag ist grundsätzlich von der entsprechenden Einkommenssteuer beziehungsweise Verrechnungssteuerregelung für diese Gewinnart ausgenommen. Der Betrag gilt auch für zugelassene Grossspiele und wird aufgrund der sogenannten kalten Progression regelmässig angepasst. Der Betrag ist daher nicht dauerhaft auf CHF 1’071’000 festgeschrieben. Die ESTV weist ausdrücklich darauf hin, dass sich die Steuerfreibeträge von Jahr zu Jahr ändern können. Für die Steuerperiode 2025 lag der entsprechende Betrag beispielsweise bei CHF 1’070’400.

Steuerfreibetrag 2026: CHF 1’071’000 💸
Wichtig ist die Einschränkung auf zugelassene Schweizer Online-Casino-Spiele. Die Regelung darf nicht auf jedes ausländische oder in der Schweiz nicht zugelassene Online-Glücksspiel übertragen werden.
Was passiert bei einem Gewinn über CHF 1’071’000 ❓
  • Übersteigt ein einzelner Gewinn aus einem zugelassenen Schweizer Online-Casino den für 2026 geltenden Steuerfreibetrag, ist der darüber hinausgehende Gewinnanteil grundsätzlich steuerpflichtig. Der Freibetrag bedeutet also nicht, dass bei einem Gewinn oberhalb von CHF 1’071’000 automatisch der gesamte Gewinn steuerpflichtig wird.
  • Beispiel: Bei einem Gewinn von CHF 1’200’000 liegen CHF 1’071’000 innerhalb des für 2026 geltenden Freibetrags. Der verbleibende Betrag von CHF 129’000 bildet grundsätzlich den steuerpflichtigen Gewinnanteil, bevor zulässige Spieleinsätze berücksichtigt werden. Die konkrete Steuerbelastung hängt anschließend unter anderem vom Wohnkanton und den persönlichen steuerlichen Verhältnissen ab.

Bei der Verrechnungssteuer gelten zusätzlich die entsprechenden gesetzlichen Regeln. Für steuerpflichtige Gewinne aus der Online-Teilnahme an Schweizer Spielbankenspielen ist grundsätzlich der Veranstalter für die Deklaration und Ablieferung der 35-prozentigen Verrechnungssteuer verantwortlich.

Welche Spieleinsätze können abgezogen werden ❓
  • Bei steuerpflichtigen Gewinnen aus Online-Spielen können tatsächlich bezahlte Spieleinsätze berücksichtigt werden. Dabei gelten jedoch gesetzliche Höchstbeträge. Der Kanton Zürich weist für Gewinne aus Online-Spielen aktuell darauf hin, dass die tatsächlich bezahlten Einsätze bis zu einem Maximum von CHF 25’000 geltend gemacht werden können.

Das bedeutet beispielsweise, dass bei einem steuerpflichtigen Online-Gewinn nicht einfach sämtliche im Laufe des Jahres erlittenen Verluste unbegrenzt vom Gewinn abgezogen werden können. Massgebend sind die gesetzlich vorgesehenen Abzüge und deren Höchstgrenzen. Auch die kantonale Umsetzung sollte berücksichtigt werden.

Beispielrechnung für einen Online-Casino-Gewinn

Eine vereinfachte Beispielrechnung kann die Systematik verdeutlichen:

Position Betrag
Gewinn aus einem zugelassenen Schweizer Online-Casino CHF 1’200’000
Steuerfreibetrag 2026 CHF 1’071’000
Grundsätzlich über dem Freibetrag liegender Anteil CHF 129’000
Möglicher Abzug für tatsächlich bezahlte Spieleinsätze bis zum jeweils geltenden Höchstbetrag
Ergebnis abhängig von den anwendbaren Steuerregeln und persönlichen Verhältnissen

Der Betrag von CHF 129’000 ist dabei lediglich der rechnerische Anteil, der nach Abzug des Steuerfreibetrags verbleibt. Er stellt nicht automatisch die endgültige Steuerlast dar. Zulässige Spieleinsätze können berücksichtigt werden, und die tatsächliche Einkommenssteuer wird unter anderem durch den Wohnkanton, die Gemeinde und die persönliche steuerliche Situation beeinflusst.

Die Beispielrechnung dient deshalb nur zur Veranschaulichung der gesetzlichen Systematik. Bei einem tatsächlich sehr hohen Gewinn sollte die konkrete steuerliche Behandlung mit der zuständigen kantonalen Steuerbehörde oder einer qualifizierten Steuerberatung geklärt werden.

Lotterien, Sportwetten und andere Grossspiele

Neben den klassischen Casino-Spielen gibt es in der Schweiz eine weitere wichtige Kategorie: die Grossspiele. Dazu gehören insbesondere bestimmte Lotterien, Sportwetten sowie weitere Geldspiele, die automatisiert, online oder interkantonal durchgeführt werden. Für die steuerliche Behandlung gelten eigene Regeln, die sich von denjenigen für stationäre Schweizer Casinos unterscheiden. Die rechtliche Einordnung richtet sich nach dem Geldspielgesetz (BGS).

Was sind Grossspiele?

Als Grossspiele gelten Geldspiele, die automatisiert, online oder interkantonal durchgeführt werden. Dazu gehören unter anderem bestimmte Lotterien, Sportwetten und Geschicklichkeitsspiele. Zu den bekannten Anbietern in der Schweiz zählen beispielsweise Swisslos und die Loterie Romande, die verschiedene gesetzlich zugelassene Lotterie- und Wettangebote betreiben. Typische Beispiele für Grossspiele sind:

  • Lotterien wie bestimmte Angebote von Swisslos oder der Loterie Romande
  • Sportwetten, sofern sie als zugelassene Grossspiele durchgeführt werden
  • automatisierte Geldspiele
  • Online-Geldspiele, die unter die gesetzliche Definition der Grossspiele fallen
  • bestimmte interkantonale Geldspiele

Die Bezeichnung „Grossspiel“ bedeutet dabei nicht, dass es sich um besonders hohe Gewinne oder grosse Einsätze handeln muss. Entscheidend ist vielmehr, wie das Spiel organisiert und durchgeführt wird. Die ESTV unterscheidet Grossspiele deshalb ausdrücklich von Spielbankenspielen und Kleinspielen.

Steuerfreibetrag bei Grossspielen 2026 ❌
  • Für Gewinne aus zugelassenen Grossspielen gilt für die Steuerperiode 2026 ein Steuerfreibetrag von CHF 1’071’000. Dieser Betrag sollte nicht mit der häufig verwendeten, aber mittlerweile veralteten Angabe „1 Million Franken steuerfrei“ verwechselt werden. Die Höhe des Freibetrags wird aufgrund der gesetzlichen Anpassungsmechanismen regelmässig aktualisiert.
  • Bei einem Gewinn innerhalb des geltenden Freibetrags fällt auf diesen Betrag grundsätzlich keine entsprechende Einkommens- beziehungsweise Verrechnungssteuer an. Übersteigt der Gewinn den Freibetrag, ist der darüber hinausgehende Betrag nach den geltenden Regeln steuerlich zu berücksichtigen.
  • Der Freibetrag gilt jedoch nur für gesetzlich zugelassene Grossspiele. Gewinne aus Spielen, die in der Schweiz nicht zugelassen sind, können steuerlich anders behandelt werden.
Abzug für Spieleinsätze %
  • Bei der Berechnung des steuerpflichtigen Gewinnanteils können bei Grossspielen die Einsätze berücksichtigt werden, die tatsächlich für die Teilnahme am Spiel bezahlt wurden. Auch hier gelten jedoch gesetzliche Höchstbeträge und unterschiedliche Regelungen je nach Art des Grossspiels.
  • Der Freibetrag von CHF 1’071’000 und der mögliche Abzug für Spieleinsätze sind deshalb zwei getrennte Elemente der Berechnung. Der Freibetrag bestimmt zunächst, welcher Teil des Gewinns grundsätzlich steuerfrei bleibt. Anschliessend können die gesetzlich zulässigen Spieleinsätze berücksichtigt werden.
  • Bei einem sehr hohen Gewinn sollte daher nicht einfach der gesamte Gewinn mit dem Freibetrag verrechnet werden. Entscheidend sind die konkrete Spielart, die tatsächlich bezahlten Einsätze und die jeweils geltenden gesetzlichen Höchstbeträge.
  • Für die Steuerperiode 2026 gilt damit als zentrale Orientierung: Bei zugelassenen Grossspielen beträgt der steuerfreie Betrag CHF 1’071’000. Die genaue steuerliche Behandlung eines darüber hinausgehenden Gewinns hängt von der konkreten Gewinnart und den anwendbaren Abzügen ab.

Kleinspiele: Wann sind Gewinne steuerfrei?

Nicht jedes Glücksspiel fällt unter die Regeln für Grossspiele oder Spielbankenspiele. Das Schweizer Geldspielgesetz kennt auch die Kategorie der Kleinspiele. Dazu gehören insbesondere bestimmte Kleinlotterien, Tombolas, lokale Sportwetten und kleine Pokerturniere. Für zugelassene Kleinspiele gelten bei den Gewinnen vergleichsweise einfache steuerliche Regeln.

Welche Spiele gelten als Kleinspiele?

Zu den Kleinspielen können unter anderem folgende Angebote gehören:

  • Kleinlotterien, die im gesetzlich vorgesehenen Rahmen durchgeführt werden
  • Tombolas und vergleichbare lokale Lotterien
  • lokale Sportwetten
  • kleine Pokerturniere, sofern sie die gesetzlichen Voraussetzungen für ein Kleinspiel erfüllen

Entscheidend ist nicht allein die Bezeichnung des Spiels. Damit ein Angebot als Kleinspiel gilt, muss es die gesetzliche Definition des Geldspielgesetzes erfüllen und die jeweils erforderlichen Bewilligungs- beziehungsweise Zulassungsvoraussetzungen einhalten. Kleinspiele sind insbesondere dadurch gekennzeichnet, dass sie weder automatisiert noch online oder interkantonal durchgeführt werden.

Sind Gewinne aus Kleinspielen steuerfrei ❓
  • Bei zugelassenen Kleinspielen sind die Gewinne für Privatpersonen grundsätzlich steuerfrei. Die Eidgenössische Steuerverwaltung (ESTV) führt entsprechende Kleinspielgewinne nicht als Gewinne auf, auf die eine Verrechnungssteuer erhoben wird. Auch die kantonalen Steuerinformationen behandeln Gewinne aus gesetzeskonformen Kleinspielen grundsätzlich als einkommenssteuerfrei.
  • Damit gibt es bei einem qualifizierenden Kleinspiel keinen mit Grossspielen vergleichbaren Steuerfreibetrag von CHF 1’071’000. Vielmehr ist der Gewinn grundsätzlich steuerfrei, sofern das konkrete Spiel tatsächlich unter die gesetzlichen Bestimmungen für Kleinspiele fällt.
  • Wichtig ist deshalb die rechtliche Einordnung des Spiels. Eine privat organisierte oder nicht bewilligte Veranstaltung wird nicht allein dadurch zum steuerfreien Kleinspiel, dass sie beispielsweise als Tombola oder Pokerturnier bezeichnet wird. Bei Zweifeln sollte geprüft werden, ob die gesetzlichen Voraussetzungen und gegebenenfalls die erforderliche Bewilligung vorliegen.

Für Spieler bedeutet das vereinfacht: Ein Gewinn aus einem zugelassenen Kleinspiel ist grundsätzlich steuerfrei. Die Regelung unterscheidet sich damit deutlich von den steuerlichen Bestimmungen für Grossspiele, Schweizer Online-Casinos und nicht zugelassene Glücksspielangebote.

Gewinne aus ausländischen und nicht zugelassenen Online-Casinos

Bei Online-Casino-Gewinnen ist besonders wichtig, wo und unter welchen rechtlichen Voraussetzungen das Spiel angeboten wird. Die steuerliche Behandlung eines zugelassenen Schweizer Online-Casinos kann nicht ohne Weiteres auf ein ausländisches oder in der Schweiz nicht zugelassenes Angebot übertragen werden. Grundsätzlich sollte zwischen drei Situationen unterschieden werden:

  1. Zugelassene Schweizer Geldspiele: Das Angebot unterliegt dem Schweizer Geldspielgesetz und den dafür vorgesehenen steuerlichen Regeln.
  2. Ausländische Glücksspielangebote: Das Spiel wird von einem Anbieter ausserhalb des Schweizer Regulierungsrahmens angeboten.
  3. In der Schweiz nicht zugelassene Spiele: Entscheidend ist, dass das konkrete Geldspiel in der Schweiz nicht über die erforderliche Zulassung verfügt.

Gerade bei Online-Casinos ist daher nicht allein der Sitz des Unternehmens entscheidend. Für die steuerliche Beurteilung kommt es auch darauf an, ob das konkrete Geldspiel nach Schweizer Recht zugelassen ist.

Ausländisches Online-Casino – muss ich den Gewinn versteuern?

Gewinne aus nicht zugelassenen Geldspielen werden steuerlich grundsätzlich anders behandelt als Gewinne aus zugelassenen Schweizer Casinos oder Grossspielen. Die Steuerinformationen des Kantons Zürich halten fest, dass Gewinne aus Spielen, die in der Schweiz nicht zugelassen sind, vollumfänglich steuerbar sind.

Das bedeutet: Die für zugelassene Schweizer Online-Casinos geltenden Regeln, insbesondere der Freibetrag von CHF 1’071’000 für 2026, dürfen nicht einfach auf ein nicht zugelassenes ausländisches Online-Casino übertragen werden.

Für Schweizer Spieler ist deshalb zunächst zu klären, welchen rechtlichen Status das konkrete Spiel beziehungsweise der Anbieter hat. Erst danach lässt sich die steuerliche Behandlung zuverlässig bestimmen.

Beispielrechnung für CHF 100’000

Angenommen, eine Privatperson erzielt einen Gewinn von CHF 100’000 aus einem zugelassenen Schweizer Online-Casino. Da der für 2026 geltende Freibetrag bei CHF 1’071’000 liegt, befindet sich der Gewinn vollständig innerhalb dieses Betrags.

Position Betrag
Gewinn CHF 100’000
Freibetrag 2026 CHF 1’071’000
Grundsätzlich steuerpflichtiger Gewinnanteil CHF 0

Beispielrechnung für CHF 500’000

Auch ein Gewinn von CHF 500’000 liegt unterhalb des für 2026 geltenden Freibetrags von CHF 1’071’000.

Position Betrag
Gewinn CHF 500’000
Freibetrag 2026 CHF 1’071’000
Grundsätzlich steuerpflichtiger Gewinnanteil CHF 0

Beispielrechnung für CHF 1’500’000

Bei einem Gewinn von CHF 1’500’000 wird der Freibetrag von CHF 1’071’000 überschritten.

Position Betrag
Gewinn CHF 1’500’000
Freibetrag 2026 CHF 1’071’000
Rechnerisch über dem Freibetrag liegender Anteil CHF 429’000
Wussten Sie schon?
Warum gibt es keinen einheitlichen Steuersatz?

Die Schweiz kennt bei der Einkommenssteuer kein einheitliches Modell, nach dem jeder Glücksspielgewinn unabhängig vom Wohnort mit demselben Prozentsatz besteuert wird. Bund, Kantone und Gemeinden erheben Steuern nach ihren jeweiligen gesetzlichen Bestimmungen. Deshalb kann dieselbe steuerbare Einkommenssituation je nach Wohnort und persönlichen Verhältnissen zu einer unterschiedlichen Steuerbelastung führen. Eine Berechnung auf Grundlage eines einzigen Kantons lässt sich nicht ohne Weiteres auf die gesamte Schweiz übertragen. Die Steuerinformationen des Kantons Zürich sind beispielsweise ausdrücklich auf die steuerlichen Verhältnisse im Kanton Zürich ausgerichtet. Sie eignen sich daher nicht als allgemeingültige Berechnung für alle Schweizer Kantone.

Wie hoch ist die Spielbankenabgabe?

Schweizer Spielbanken unterliegen einer progressiven Spielbankenabgabe von 40 bis 80 % des Bruttospielertrags. Die konkrete Höhe hängt insbesondere von der Art der Konzession und der Höhe des Bruttospielertrags ab. Die Abgabe steigt mit zunehmendem Bruttospielertrag progressiv an.

Der Bruttospielertrag entspricht vereinfacht den Spieleinsätzen abzüglich der ausbezahlten Gewinne. Die Spielbankenabgabe wird somit nicht auf den Umsatz des Casinos im klassischen Sinn erhoben, sondern auf den gesetzlich definierten Bruttospielertrag.

Die Spielbankenabgabe ist eine besondere Abgabe des Casinos und darf nicht mit einer Steuer verwechselt werden, die der Spieler auf seinen persönlichen Gewinn bezahlen muss.

Wohin fliesst die Spielbankenabgabe?

Die Verwendung der Spielbankenabgabe hängt von der Konzessionsart der Spielbank ab.

Bei Spielbanken mit einer A-Konzession fliesst die Spielbankenabgabe grundsätzlich an den AHV-Ausgleichsfonds. Damit trägt die Abgabe zur Finanzierung der Alters- und Hinterlassenenversicherung bei.

Bei Spielbanken mit einer B-Konzession wird die Spielbankenabgabe grundsätzlich zwischen dem Bund und dem Standortkanton aufgeteilt. Der kantonale Anteil ist zweckgebunden und muss insbesondere für gemeinnützige Zwecke sowie für die Kultur oder für die Unterstützung von Tourismus und anderen öffentlichen Interessen eingesetzt werden.

Damit kommt ein wesentlicher Teil der von Schweizer Spielbanken entrichteten Abgaben der öffentlichen Hand und insbesondere der sozialen Sicherung zugute.

Änderungen der Schweizer Glücksspielbesteuerung

Die steuerlichen Regeln für Glücksspielgewinne in der Schweiz sind nicht statisch. Seit dem Inkrafttreten des Geldspielgesetzes wurden die relevanten Freibeträge mehrfach an die Entwicklung der Teuerung angepasst. Gleichzeitig stehen weitere Änderungen bei der Besteuerung hoher Geldspielgewinne zur Diskussion. Für die Beurteilung eines Gewinns ist deshalb wichtig, zwischen geltendem Recht und geplanten gesetzlichen Änderungen zu unterscheiden.

Geldspielgesetz seit 2019

Das heutige Bundesgesetz über Geldspiele (Geldspielgesetz, BGS) ist am 1. Januar 2019 in Kraft getreten. Es löste die früheren Spielbanken- und Lotteriegesetze ab und bildet seither den zentralen gesetzlichen Rahmen für Geldspiele in der Schweiz. Das BGS definiert unter anderem die verschiedenen Spielarten wie Spielbankenspiele, Grossspiele und Kleinspiele und bildet damit auch die Grundlage für deren unterschiedliche steuerliche Behandlung.

Mit dem neuen Gesetz wurden die früheren Regelungen an die Entwicklung des Geldspielmarktes angepasst. Dazu gehört insbesondere die gesetzliche Berücksichtigung von Online-Spielbankenspielen und anderen online beziehungsweise automatisiert durchgeführten Geldspielen.

Steuerfreibeträge werden regelmässig angepasst

Die für bestimmte Geldspielgewinne geltenden Steuerfreibeträge werden aufgrund der gesetzlichen Regelungen zur kalten Progression regelmässig angepasst. Deshalb ist eine ältere Angabe wie „CHF 1 Million steuerfrei“ für die aktuellen Steuerperioden nicht mehr präzise.

Für Gewinne ab dem 1. Januar 2026 beträgt der relevante Steuerfreibetrag bei der Online-Teilnahme an Spielbankenspielen sowie bei Grossspielen CHF 1’071’000. Die entsprechende Steuerfreigrenze für bestimmte Lotterien und Geschicklichkeitsspiele zur Verkaufsförderung liegt 2026 bei CHF 1’100.

Zeitraum Steuerfreibetrag Steuerfreigrenze
2019–2022 CHF 1’000’000 CHF 1’000
2023 CHF 1’038’300 CHF 1’000
2024 CHF 1’056’600 CHF 1’100
2025 CHF 1’070’400 CHF 1’100
ab 2026 CHF 1’071’000 CHF 1’100

Häufige Fragen zur Casino-Gewinnsteuer in der Schweiz

Sind Casino-Gewinne in der Schweiz steuerfrei?
Für private Spieler sind Gewinne aus zugelassenen stationären Schweizer Casinos grundsätzlich steuerfrei. Bei Schweizer Online-Casinos gelten dagegen eigene Regeln mit einem gesetzlich festgelegten Steuerfreibetrag. Auch Grossspiele, Kleinspiele und nicht zugelassene ausländische Geldspiele werden steuerlich unterschiedlich behandelt.
Wie viel Casino-Gewinn ist in der Schweiz steuerfrei?
Das hängt von der Art des Spiels ab. Bei zugelassenen stationären Schweizer Casinos sind Gewinne für private Spieler grundsätzlich steuerfrei. Für die Online-Teilnahme an Schweizer Spielbankenspielen gilt 2026 ein Steuerfreibetrag von CHF 1’071’000. Bei bestimmten Grossspielen gilt ebenfalls dieser Freibetrag.
Muss ich einen Gewinn aus einem Schweizer Online-Casino versteuern?
Nicht automatisch. Bei einem zugelassenen Schweizer Online-Casino gilt für 2026 ein Steuerfreibetrag von CHF 1’071’000. Erst der darüber hinausgehende Gewinnanteil wird grundsätzlich steuerlich relevant, wobei gesetzlich zulässige Spieleinsätze berücksichtigt werden können.
Wie hoch ist der Steuerfreibetrag für Online-Casinos 2026?
Der Steuerfreibetrag für die Online-Teilnahme an zugelassenen Schweizer Spielbankenspielen beträgt 2026 CHF 1’071’000. Die Höhe wird aufgrund der gesetzlichen Anpassungsmechanismen regelmässig verändert und kann deshalb in späteren Steuerperioden abweichen.
Muss ich Gewinne aus ausländischen Online-Casinos versteuern?
Gewinne aus in der Schweiz nicht zugelassenen Geldspielen können grundsätzlich vollumfänglich einkommenssteuerpflichtig sein. Dabei ist wichtig, zwischen Einkommenssteuer und Verrechnungssteuer zu unterscheiden: Dass auf einen ausländischen Gewinn keine Schweizer Verrechnungssteuer erhoben wird, bedeutet nicht automatisch, dass der Gewinn steuerfrei ist.
Kann ich Casino-Einsätze von meinen Gewinnen abziehen?
Bei bestimmten steuerpflichtigen Glücksspielgewinnen können tatsächlich bezahlte Spieleinsätze berücksichtigt werden. Dafür gelten jedoch je nach Spielart gesetzliche Höchstbeträge. Bei der Online-Teilnahme an Schweizer Spielbankenspielen ist beispielsweise ein entsprechender Abzug bis zum gesetzlich vorgesehenen Maximum möglich.
Wie werden Lotto- und Sportwettengewinne versteuert?
Zugelassene Lotterien und Sportwetten können unter die Kategorie der Grossspiele fallen. Für entsprechende Gewinne gilt 2026 grundsätzlich ein Steuerfreibetrag von CHF 1’071’000. Die konkrete Berechnung kann zusätzlich durch zulässige Abzüge für Spieleinsätze beeinflusst werden.
Sind Pokergewinne steuerpflichtig?
Das hängt von der Art des Pokergewinns und den Umständen ab. Gewinne aus einem zugelassenen Kleinpokerturnier können grundsätzlich steuerfrei sein. Bei regelmässigem oder professionellem Pokerspielen kann dagegen eine selbstständige Erwerbstätigkeit vorliegen, wodurch die Gewinne anders steuerlich behandelt werden können.
Muss ich einen steuerfreien Casino-Gewinn in der Steuererklärung angeben?
Ein steuerfreier Gewinn ist nicht automatisch mit einem steuerbaren Einkommen gleichzusetzen. Ob und in welcher Form ein bestimmter Gewinn in der Steuererklärung angegeben werden muss, kann von der Gewinnart und den kantonalen Vorgaben abhängen. Bei Unsicherheit oder bei hohen Gewinnen sollte die zuständige kantonale Steuerbehörde konsultiert werden.
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